Antrag der Grünen Fraktion
Die Sicherstellung einer zeitnahen Erstversorgung bei medizinischen Notfällen ist ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Ein plötzlicher Herzstillstand erfordert ein sofortiges Eingreifen, wobei jede Minute über die Überlebenschancen und das Ausmaß bleibender Schäden entscheidet. Vor diesem Hintergrund hat die Grüne Fraktion am 2. Juni 2026 einen Antrag zur Optimierung der Zugänglichkeit und Flächendeckung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED) in unserer Gemeinde gestellt.
Im Rahmen eines Austauschs mit der Feuerwehr Möhrendorf wurden wir auf die bestehenden Lücken im Gesundheitsschutz aufmerksam gemacht. Ein zentraler Punkt unseres Antrags betrifft daher den im Rathaus vorhandenen AED, der aktuell lediglich während der regulären Öffnungszeiten der Verwaltung zugänglich ist. Da medizinische Notfälle jedoch unabhängig von Bürozeiten auftreten, fordern wir eine Lösung, die eine jederzeitige (24/7) Zugänglichkeit gewährleistet. Ein lebensrettendes Gerät verliert seine Funktion in den entscheidenden Momenten, wenn es beispielsweise am Wochenende oder in den Abendstunden nicht erreichbar ist.
Parallel dazu besteht in den Ortsteilen Kleinseebach und Möhrendorf Süd eine Versorgungslücke. Dort gibt es derzeit keine öffentlich zugänglichen Geräte, was die Erstversorgung im Ernstfall signifikant verzögern kann. Wir schlagen daher vor, Standorte wie das Feuerwehrhaus Kleinseebach oder zentrale Bushaltestellen für neue AED-Geräte zu prüfen und die Installation zeitnah einzuleiten.
Zur Einordnung der Notwendigkeit verweisen wir auf die Empfehlungen der Björn-Steiger-Stiftung, die eine Ausstattung von einem Gerät pro 1.000 Einwohner nahelegt. Auch im regionalen Vergleich zeigt sich Optimierungsbedarf: Unsere Nachbargemeinde Baiersdorf verfügt bereits über sechs öffentlich zugängliche Defibrillatoren. Unser Ziel ist es, einen vergleichbaren Standard an Sicherheit und Gesundheitsschutz für alle Bürgerinnen und Bürger in Möhrendorf zu etablieren.
Der Antrag wurde dem Bürgermeister und den weiteren Fraktionen bereits übermittelt. Gemäß der Geschäftsordnung hat der Bürgermeister drei Monate Zeit, das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen. Wir sehen dieser Beratung mit Interesse entgegen und setzen uns für eine zügige Umsetzung dieser sicherheitsrelevanten Maßnahmen ein.
(Den vollständigen Antrag finden Sie hier)